Die Offshore-Tauglichkeitsuntersuchung von A (Anamnese) bis Z (Zahnstatus)

Sie brauchen eine Tauglichkeitsuntersuchung für eine Tätigkeit in einem Offshore-Windpark? Wir haben die wichtigsten Eckdaten rund um den Ablauf der Untersuchung kurz und knapp für Sie zusammengefasst.

Arbeiten in einem Offshore-Windpark in der Nord- oder Ostsee stellt sehr spezielle Anforderungen an die körperliche und geistige Eignung. Schichtdienst, Hitze, Kälte, räumliche Enge und Transporte via Boot und Hubschrauber gehören an diesem unwirtlichen Arbeitsplatz zum Alltag. Widrige Wetterverhältnisse und eine lange Abwesenheit von Zuhause können die Arbeit zusätzlich erschweren.

Umso wichtiger sind hier komplexe Sicherheitskonzepte zum Schutz der Arbeitnehmer. Dazu gehört eine sehr hohe physische und mentale Belastbarkeit von Offshore-Arbeitnehmern, damit Mitarbeiter weder sich noch die Kollegen oder den sicheren Betrieb der Anlage gefährden. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist die Offshore-Tauglichkeitsuntersuchung, die vor allem der Sicherheit des Arbeitnehmers dient.

Die arbeitsmedizinische Eignungsuntersuchung für Arbeitnehmer auf Offshore-Windenergieanlagen und anderen Offshore-Installationen bieten wir in unserer Praxis an. In Kooperation mit Margitta Wulff führen wir die Tauglichkeitsuntersuchungen nach den Standards AWMF, NOG, NOGEPA und OGUK durch.  Das Eignungs-Zertifikat ist maximal zwei Jahre gültig. Im Falle einer Nicht-Eignung erhalten Sie ebenfalls eine Bescheinigung („certificate of medical unfitness“).

Die Untersuchung ist umfangreich und dauert bis zu zwei Stunden. Damit Sie sich darauf einstellen können, was Sie erwartet, haben wir in aller Kürze das ABC- der Offshore-Tauglichkeitsuntersuchung zusammengestellt:

A: Anamnese

  • Eine gründliche Anamnese bildet die Grundlage, um entscheiden zu können, ob ein Arbeitnehmer offshore-tauglich ist

B: Blutuntersuchungen

  • Die Blutuntersuchung beleuchtet die Blutwerte GPT, Gamma-GT, Kreatinin, Blutzucker (ggf. HbA1c), Cholesterin sowie BSG oder CRP.

C: Chronische Erkrankungen

  • Chronische Erkrankungen können je nach Ausprägung und Schweregrad die Tauglichkeit beeinträchtigen.

D: Drogenscreening

  • Bei Offshore-Tätigkeiten ist uneingeschränkte Aufmerksamkeit und ein gutes Reaktionsvermögen dringend notwendig. Daher ist ein Drogenscreening Pflicht. Nachgewiesener Drogenkonsum führt in jedem Fall zur Nichteignung.

E: Ein Ruhe- und Belastungs-EKG

  • Ein Ruhe- und Belastungs-EKG gibt Aufschluss über Ihre körperliche Fitness und mögliche Herzerkrankungen.

F: Fragebogen

  • Ein umfassender Fragebogen zur gesundheitlichen, sozialen und beruflichen Geschichte stellt sicher, dass wir nichts übersehen.

G: Gewicht

  • Die Arbeit in einer Offshore-Anlage ist körperlich sehr anspruchsvoll. Teilweise müssen die Mitarbeiter durch sehr enge Luken klettern. Daher ist starkes Übergewicht ein Ausschlusskriterium. Wo genau die Grenze liegt, ist in den nationalen Leitlinien etwas unterschiedlich und abhängig von der genauen Tätigkeit.

H: Hörtest

  • Das Hörvermögen wird getestet, um sicherzustellen, dass Sie im Ernstfall in der Lage sind, Warnsignale rechtzeitig wahrzunehmen.

I: Infektionskrankheiten

  • Aktive Infektionskrankheiten sind ein Ausschlusskriterium. Auch der Impfschutz – vor allem gegen Tetanus – wird überprüft und ggf. aktualisiert.

K: Kostenübernahme

  • Bitte klären Sie vor Ihrem Termin die Kostenübernahme durch den Arbeitgeber.

L: Lungenfunktionsprüfung

  • Die Lungenfunktion ist ein weiterer Indikator für die körperliche Belastbarkeit.

M: Medikamentenplan

  • Sofern Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, bringen Sie bitte Ihren Medikamentenplan mit.

P: Psychiatrische und physische Erkrankungen

  • Unbehandelte psychiatrische und psychische Erkrankungen begründen eine Nichteignung für Offshore-Tätigkeiten.

R: Eine Röntgen-Thorax-Aufnahme

  • Eine Röntgen-Thorax-Aufnahme ist nicht vorgeschrieben, kann jedoch bei klinischer Indikation erforderlich werden.

S: Sehtest

  • Falls Sie eine Brille tragen bringen sie diese bitte auf jeden Fall zur Untersuchung mit!

U: Urinuntersuchung

  • Die Urinuntersuchung beinhaltet mindestens Glukose, Protein, Erythro- und Leukozyten.

W: Weitere Untersuchungen

  • Je nach Befund können weitere Untersuchungen nötig werden, um klinische Untersuchungsbefunde weiter einzugrenzen oder aufgrund von spezifischen Arbeitsanforderungen, wie z.B. bei Küchen- und Servicepersonal, Kranführern
  • und Mitgliedern von Rettungs- oder Feuerlösch-Teams.

Z: Zahnstatus

  • Zahnerkrankungen können massive Schmerzen verursachen und eine sofortige Evakuierung nötig machen. An einem Offshore-Arbeitsplatz ist das mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden. Daher achten wir darauf, dass keine akuten Zahnprobleme bestehen und regelmäßige Vorsorgen beim Zahnarzt wahrgenommen werden.

Bild: CharlieChesvick/istockphoto

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